Liebe Mitglieder und Freunde unserer Dortmunder Gemeinde,

die Weltlage war vor 2000 Jahren sehr ernst: Die Menschheit war kurz davor, sich endgültig vom Himmel zu trennen. Sie wäre untergegangen. Um sie zu retten, wurde Christus Mensch und brachte Himmelskräfte auf Erden hervor. Durch diese können wir seither einen Zusammenhang mit Gott erlangen. Aus dieser neuen Verbundenheit ist uns Göttliches wiedergegeben und eine Zukunft der Menschlichkeit glaubhaft geworden. Das war die große Zeitenwende! Es gibt vorher und nachher in der Weltgeschichte, an unserer Zeitrechnung vor und nach Christus kann uns das täglich deutlich werden. Und in der Mitte – ist es Weihnachten.

Das Leben Christi wurde aber erst rückwirkend als Zeitenwende gesehen. Durch Sein Leben allein wäre keine Wende herbeigeführt worden, wenn nicht Menschen dagewesen wären, die ihn tief ernst genommen hätten.

Heute erleben wir wieder weltweit, dass die Menschlichkeit in Gefahr ist, erleben die große Not vieler Menschen und die Not-Wendigkeit einer erneuten Zeiten-Wende. Die wirkliche Wandlung hat dabei im Innern stattzufinden, als nachhaltiger Ausgangspunkt für weltliches Tun.

Nun gibt es Jahr für Jahr eine gnadenvolle Möglichkeit für diese innere Wandlung. Das Weihnachtsgeschenk des Himmels an die Menschheit – ist Weihnachten selbst! Eine ganze Weihnachtszeit von 12 Tagen – in deren qualitativer Mitte, als kleine Zeitenwende, der Jahreswechsel liegt.

Wieder ist hier die Frage: Wird es eine genügend große Anzahl Menschen geben, die Weihnachten wirklich ernst nehmen? Die Weihnachten nicht nur feiern, sondern feierlich vollbringen? Weihnachten ist eigentlich ein aktives Verb: Alles kommt darauf an, die geistigen Möglichkeiten der 13 Weihe-Nächte zu ergreifen – die heilige Zeit will zum Quellort für ein segenreiches Jahr werden. – Was wir in dieser Zeit „zwischen den Jahren“ an inneren Bemühungen unternehmen und unterlassen, wirkt potenziert. Ursache und Wirkung stehen in einem gesteigerten Verhältnis zueinander.

Als geistige Gemeinschaft sind wir begabt und berufen, den Ernst des Lebens freudig zu ergreifen. Wir haben das Glück, gemeinsam miteinander geistig arbeiten zu können, in Einmütigkeit der Seelen unsere Gemeinschaft zu einer Gemeinde eines Herzens zu gestalten. Eines Herzens, das für die Menschlichkeit schlägt. Gemeinsam können wir beitragen, dass der kommende Jahreswechsel zur Zeitenwende beiträgt!

Der Altar ist unser gemeinsamer Arbeitsort, für uns ein Geschenk des Himmels. Diese Gabe ist uns zugleich Aufgabe. Die Sakramente wollen eigentlich allen Menschen gespendet werden, die ihren Segen suchen. Nicht kann es sich darum handeln, Menschen zu „missionieren“ in dem Sinne, dass man sie zu irgendeinem Glauben überredet. Aber die Mission der Sakramente ist es, für alle Menschen offen und zugänglich zu sein. Für diese Zugänglichkeit tragen wir Verantwortung.

Die ganze Frage nach einem Kirchenneubau für unsere Gemeinde in Dortmund knüpft sich eigentlich an die Frage: Wie können wir mehr Menschen die Sakramente ermöglichen? Wenn sich diese Frage beantwortet, dann werden sich aus der Liebe zum Kultus persönliche Gesichtspunkte in den großen Zusammenhang einordnen. Die Liebe zur Christengemeinschaft wird uns die Kraft geben, die Zukunft zu ergreifen.

Diese überpersönliche Frage wollen wir in der Weihnachtszeit bewegen, mit Ihnen gemeinsam gerne am 2. Januar im Anschluss an die Weihehandlung. Herr Rolka wird dazukommen, um gleich übergeordnete Gesichtspunkte geben zu können. Seien Sie herzlich eingeladen!

In unserer Gemeinde ist die Entwicklung sehr positiv. An vielen, vielen Stellen begegnen immer mehr Menschen voller Freude dem Wirken und der Stimmung einer „Christengemeinschaft“ – besonders mehr junge Familien und Jugendliche erleben das! Und jeder Einzelne von Ihnen trägt dazu bei durch die vielfältige Arbeit, durch die Sie Christen-Gemeinschaft ermöglichen, durch Ihre finanzielle Unterstützung – auch wenn wir in diesem Jahr höhere Ausgaben hatten, so ist doch vor allem wesentlich, dass noch mehr Menschen auch auf diese Weise unsere Freiheit zu Wirken steigern! -, durch Ihre guten Gedanken und den stets positiven, unterstützenden Blick. Wo Menschen selbstlos sich einsetzen und ihre persönlichen Empfindungen vom hohen, überpersönlichen Ziel erfüllen lassen, da wird aus einer Gemeinschaft: Christenheit. So ermutigt können wir die Zeitenwende angehen, können Weihnachten tun: Die heiligen Nächte ergreifen für geweihte Tage 2018!

Wir lieben die Christengemeinschaft wie Sie und freuen uns tief im Herzen, mit Ihnen gemeinsam für diese großartige Sache arbeiten zu dürfen.

Seien Sie von Herzen gegrüßt und mit guten Gedanken bedacht von Ihren Pfarrern