Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde in Dortmund,

gegenwärtig erleben wir Ungewissheit gegenüber der Zukunft. Die Wahlen in den USA haben in eine paradoxe Gewissheit geführt: ja, wir werden nicht wissen, wie das Leben sein wird. Das bringt immerhin eine Offenheit, vor allem aber eine höhere Verantwortung für jeden Einzelnen. Denn, wenn die Mächtigen uns nicht zum „Guten“ reglementieren, dann müssen wir es freiwillig tun: Die Umwelt wartet auf eines Jeden Rücksicht, die Mitmenschen der ganzen Welt brauchen unser aller Bewusstsein. Im Erleben der freien Verantwortung und der verantwortlichen Freiheit werden wir dem nah, der Schöpfer und Schöpfung ist. „Nicht mich, vielmehr den Christus erlebe ich in mir“ – so konnte Paulus fühlen, als er ganz bei sich war. Und dann fühlte er sich zugleich den Mitmenschen – weltweit – inniglich verbunden, er erlebte den Christus in der Menschheit. In diesem Erleben begann er auch, die Natur zu verstehen. Er hörte und begriff ihr Seufzen, erlebte, wie sie darauf wartet, durch unser Verhalten von Christus gesegnet zu werden. – In solcher Steigerung der Individualität als verantwortliche und freie Menschen, mehr und mehr auf uns selbst gestellt, fühlen wir in einer untergehenden Menschheit eine aufgehende Christenheit. In der Adventszeit wird es vom Altar verkündet: Himmel und Erde, die gesamte Schöpfung wird vergehen! Die Schöpfung – aber nicht die Schöpferkraft. Diese wird dem Untergang ein neues, geistig-physisches Reich entringen. Gelingt es uns, den Blick auf das Werden zu richten? Das wird immer mehr die Frage sein. – Advent, Weihnacht und Epiphanias geben uns die Möglichkeit, das Neue, Werdende schon jetzt zu erleben, als Zukunft in der Gegenwart; wir werden Zeuge Seiner Geburt. Weihnachten ist kein Erinnerungsfest, es ist das Fest der Geistesgegenwart und wird in Zukunft immer wichtiger werden – als die Chance, trotz allem Tod zu leben.

In Abendpredigten wollen Johannes Lauten und Laurens Hornemann dieses Erlebnis ins Bewusstsein führen. Die Lichterstunde soll in diesem Jahr für Groß und Klein die Herzen für die Geistgeburt öffnen: Im Steinbruch soll das innere Licht für Mensch und Natur aufleuchten dürfen! (Schlechtwetter-Plan: wird kurz vorher im Internet veröffentlicht). Besondere Zeugen werden die Kinder, indem sie die Weihnachtshandlung erleben; zu der im Jahreslauf einzigartigen Liturgie sei die ganze Gemeinde eingeladen. Es gibt kaum ein schöneres Weihnachtsgeschenk, als in dieser Viertelstunde Geisteslicht und Herzenswärme zu erfahren. Alle Kinder wollen wir einladen, am 1. und 3. Adventssonntag sich nach der Handlung (im Advent Beginn immer um 11.20) auf die Lichterstunde vorzubereiten: Wir werden basteln, singen und spielen. Am 2. und 4. Advent machen wir in dieser Zeit 11.45-13 Uhr (max.) eine Orchesterprobe: Alle Kinder – und gerne auch Erwachsene – können für die Lichterstunde üben! Vormerken dürfen sich die Kinder schon das Kinderferienlager: 15.-19. Juli auf Hof Sackern.

Unser Weihnachtsprogramm ist wieder intensiv: Täglich feiern wir die Weihehandlung, Marion Tudge singt das Traumlied des Olav Åsteson, es gibt die Silvesterpredigt und Maria Goritzki vertieft uns das Erleben der Tage zwischen den Jahren durch gemeinsame Eurythmie. Die Jugendlichen bringen das Dreikönigsingspiel hervor, in diesem Jahr extra an zwei Terminen – außerdem wieder im Gefängnis. – Im neuen Jahr wollen wir zurückblicken auf das Werden unserer Gemeinschaft. Es gibt den schönen Impuls, eine Chronik seit Gründung der Dortmunder Gemeinde zu schreiben. Lassen Sie uns eintauchen in die Biographie unseres Gemeindewesens! Dazu treffen wir uns im schönen Weiheraum des Hermann-Keiner-Hauses.

Daniel Hafner wird wieder zu uns kommen und zum Wesen der Farbe sprechen und damit auch unser Kultus-Erleben vertiefen. Wie der Sakralbau Gott einen Bewusstseins-Ort schafft und was für Zukunftsaufgaben daraus hervorgehen, beleuchtet Laurens Hornemann. Denn im Sinnlichen das Übersinnliche zu erfahren, dahin geht die Spiritualität der Zukunft. Dr. David Hornemann von Laer hilft durch Kunst-Betrachtung, die Sinne zu ergreifen. Goethe wusste es tief: „Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünket: Mit den Augen zu sehn, was vor den Augen dir lieget.“ – Eine große Jugendgruppe wird Herrn Hornemann auf seiner jährlichen Russlandreise zur Betreuung der Gemeinden dort begleiten. Im dann folgenden Programm gehen wir noch weiter in der wichtigen Aufgabe, den Himmel auf Erden, den Sinn im Sinnlichen zu erfahren. Dazu kommen die Priester und Naturwissenschaftler Prof. Dr. Volker Harlan und Dr. Hans-Bernd Neumann zu uns.

Die Eltern-Cafés wenden sich an Eltern mit jungen Kindern. Nach gemeinsamem Beginn und Brunch werden die Kinder betreut, während die Eltern sich im Gespräch bestimmten Themen zuwenden. Auch die Eltern-Kind-Gruppe ist nach wie vor offen für Interessierte! Zu allen Gesprächskreisen – zum Evangelium, zu den Sakramenten, zum Seelenkalender und zur Begleitung der Verstorbenen – dürfen gerne, auch sporadisch, weitere Teilnehmer hinzukommen.

Anfang Dezember entscheiden wir, ob unsere Gemeinde Anfang Mai nach Georgien reisen wird. Noch kann man sich anmelden!

 

Wir denken mit guten Gedanken an Sie, besonders an unsere Kranken und wünschen von Herzen eine gute Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Beginn des neuen Jahres. Ihre Pfarrer

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